Zenit: Trade the future, and let us consult upon to-morrow's business. -William Shakespeare

Schwedische HQ Bank bricht zusammen

Anleger verlieren binnen Stunden 83%

Die schwedische Investmentbank HQ erklärte gestern, dass sie unfreiwillig liquidiert werde, nachdem die Aufsichtsbehörde des Landes dem Institut alle Lizenzen zum weiteren Geschäftsbetrieb aberkannte. Signifikante Gesetzesverstöße über einen sehr langen Zeitraum und die Täuschung der Anleger und Kunden über den finanziellen Zustand des Instituts seit Dezember 2008 hätten der Finanzaufsicht keine andere Wahl mehr gelassen. 20.000 Kunden mit 6,3 Milliarden Euro an Einlagen im Feuer. Die HQ Bank war am Montag weiterhin gelistet an der Börse Stockholm und ihre Aktien brachen sofort nach Börseneröffnung um 83 Prozent auf 9,6 Kronen zusammen. Die Finanzaufsicht gab am Samstag bekannt, dass man der HB Bank AB die Lizenzen aberkannt habe, weil das Institut gegen schwedische Gesetze verstoßen habe und ernsthafte Verstöße im Sektor des Eigenhandels der Bank vorlägen. Die Bank habe nahezu alle zentralen Verordnungen der schwedischen Gesetzgebung unterwandert und die Finanzaufsicht werde die Bank aus diesem Grunde zu einer Liquidation ihrer Geschäfte drängen, wie die Behörde mitteilte. Die Finanzaufsicht erklärte, dass die HQ Bank die Positionen in ihrem gehaltenen Trading-Portfolio über einen sehr langen Zeitraum überbewertet habe, und dass ihre Finanzberichte sich als “inakkurat” erwiesen hätten. Die Regulierungs- behörde führte weiter aus, dass eine korrekte Bewertung der gehaltenen Positionen gezeigt hätte, dass die HQ Bank stark unterkapitalisiert gewesen sei seit Dezember 2008.

Spica dazu: Diese Meldung, obwohl schon 4 Tage alt, finde ich auch nachträglich erwähnenswert, vor allem deshalb, weil man in den öffentlichen Berichterstattungen keinen Laut davon vernommen hat. Die Nachricht über den Zusammenbruch einer Grossbank innerhalb der EU, war denn wohl doch zu brisant und musste dem deutschen Michel vorenthalten werden: Bankenzusammenbruch in schwedischer Grossbank. Erinnerungen an den Zusammenbruch der  englischen Nothern Rock oder der isländischen - wie hieß die noch? - könnten wieder erwachen und den Glauben an den Aufschwung gefährden.

Interessant finde ich vor allem die Begründung der Schweden: "Die FA erklärte, dass die Bank die Positionen in ihren gehaltenen Trading-Portfolio über einen sehr langen Zeitraum überbewertet habe". Ja, aber tun das seit Ende 2008 nicht alle Banken und das mit dem Einverständnis der nationalen Behörden? Stehen da nicht auch alle unverkäuflichen CDO´s und CDS Papiere immer noch mit Level 1 Kriterien, also völlig überbewertet in den Büchern? Offensichtlich brauchte  dieses branheisse Eisen eine passende Ablenkung. Die Ablenkung, nach der beliebten Methode Scheuklappen  für das  Kollektiv ( Saturn/Pluto am 21.08.2010 ) erfüllte dann die seltsamen Migrationsthesen des Bundesbankangestellten und Autors  Thilo Sarrazin - 12.02.1945 - Schließlich lautet das Spiel: The show must go on.


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