|
17. August 2010
Posted in
Aktienmarkt
China und das Gesetz der Schwerkraft

Die Erfahrung, die wir mit Blasen in der Vergangenheit gemacht haben, das schreibt Münchau in seiner kürzlich erschienen FTD Kolumne, lässt keinen anderen Schluss zu: Irgendwann werden sie platzen. Keine Ahnung, wann das passieren wird. Diese Frage wird Ihnen niemand guten Gewissens beantworten können. Aber ich bin mir sicher, dass auch China sich dem Gesetz der Schwerkraft nicht entziehen kann. Nach der europäischen Schuldenkrise ist Chinas Superbubble deshalb ein heißer Kandidat für den Auftakt zur nächsten weltweiten Finanzkrise.
Der Hintergrund: In China sind die Sparzinsen ähnlich gering wie bei uns. Die Kosten der latenten Finanzkrise trägt also der chinesische Sparer.
Die Recherche: Pettis hat errechnet, dass chinesische Sparer jedes Jahr fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf die Banken übertragen und so die verdeckten Kosten der faulen Kredite finanzieren. Kein Wunder, dass sie ihr Geld lieber in Kreditverbänden poolen, denn, solange die Häuserpreise steigen, ist die Verzinsung deutlich besser.
Die Gefahr: die von dieser Situation für China und die Weltwirtschaft ausgeht, ist enorm. Um das gegenwärtige Wachstum aufrechtzuerhalten, wird China die heimische Nachfrage stärken müssen, denn das Exportmodell ist auf lange Sicht unhaltbar.
Die Warnung: Ein Immobiliencrash würde das Problem chinesischer Banken mit faulen Krediten deutlich verschärfen. Das würde aber nicht notwendigerweise zu einer Finanzkrise führen, sondern eher zu einer Konsumkrise, schließlich finanziert der chinesische Sparer letztlich die Blase. Das wiederum hätte eine Implosion des Wirtschaftswachstums zur Folge.
Die Auswirkung: Die globale Kettenreaktion wäre enorm. Eine Verlangsamung des chinesischen Aufschwungs würde sich durch die Übertragungsmechanismen im Finanzsektor auf den Rest der Welt ausweiten. Westliche Banken säßen auf faulen Krediten, westliche Unternehmen würden feststellen, dass ihr überbordender China-Optimismus völlig unangebracht war und bloß Milliardensummen verschlungen hat. Deutschlands Exportstrategie bräche ebenfalls wie ein Kartenhaus zusammen. Das Platzen einer chinesischen Blase in der jetzigen weiterhin fragilen Situation des internationalen Finanzsektors käme einem GAU gleich.
Spica dazu: Wie bereits in mehreren Artiklen über China aus dem Jahr 2008 angeführt, richtet sich auch in 2010 mein Blick auf den shanghai Index. Die alten Artikel lauteten:
- 16.06.2008: China ohne Mitte
- 22.06.2008: Shanghai Noon
- 22.07.2008: Schatten über China
- 11.10.2008: Vor der Häutung - die Banken häuten sich wie die Schlangen
Es geht also weder darum einen Vorgang zu diagnostizieren oder zu analysieren, denn das ist durch mehrere Artikel schon geschehen. Auch der in Hongkong lebende Marc Faber warnte bereits im Mai 2010 vor dem Platzen einer Blase in China innerhalb der nächsten 9-12 Monate. Insofern geht es mir nicht darum die Situation zu bestätigen - dort ist eine Blase - sondern nach möglichen Zeitpunkten zu suchen die für ein Platzen der Blase in Betracht kommen. Intern habe ich mit der Zeitprognose Zweites Halbjahr 2010 bereits eine Übersicht mit Schwerpunkten geliefert und die globalen Märkte in einer Übersicht zusammengefasst. Seltsam dabei ist, das alle unterschiedlichen Indizien ( Radixhoroskope der Indizes ) einen gemeinsamen, zeitlichen Schwerpunkt aufweisen., obwohl sie unterschiedliche Gründungstage besitzen. In dieser Vorausschau habe ich auch den chinesichen Markt mit berücksichtigt. Er soll aber nun aufgrund der Hinweise dieser Fachleute erneut astrologisch untersucht werden.
Die Aufgabe ist schwer, die situation mehr als unübersichtlich, die Verwirrung im Labyrinth gross, zumal die Zentralregierungen mit dem Drucken von Papiergeld in unvorstellbaren Mengen die Märkte mit extrem hoher Liquidität fluten um einem Liquiditätsengpass zuvor zu kommen, die alte deflationäre Spirale aus 2008/2009 zu beheben und eine neue zu verhindern. Sie scheuen sich auch nicht durch den direkten Ankauf von sogenannten sicheren Staatsanleihen noch mehr Geld zu schöpfen und dieses neu geschaffene Geld in den Geldkreislauf zu pumpen, wie es etwa die FED letzten Dienstag offen verkündete um dadurch die wertlosen Anleihen im Kurs zu stützen.
Der Zeitraum: 15.09.2010 - 20.11.2010
Der Zeitpunkt: 09.10.2010
Für Investoren: ergeht also dahin gehend der Tip sich noch vor diesem Zeitraum von chinesischen Aktien zu trennen oder ihr engagement zu reduzieren.
Für Spekulanten: Sie sollten diesen Zeitraum mit geeigneten Instrumenten ( Puts ) belagern, also die grossen Indizes leer verkaufen.

![[Most Recent Quotes from www.kitco.com]](http://www.kitconet.com/charts/metals/gold/t24_au_en_usoz_2.gif)