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10. August 2008
Posted in
Politik & Geo
Die Reti-Eröffnung als Mars/Uranus Opposition
Die US-ATO eröffnet mit dem georgischen Springer nach F3. Das olympische Spiel ist eröffnet. Russland antwortet mit Bauer D5. So geht es fort. Georgien holt aus dem Irak 2000 Elitesoldaten zurück. Bauer D4. Russland blockiert den Schwarzmeerhafen. Schwarzer Läufer F5. In der Zwischenzeit setzt sich nach alter Schachkunst ein sehr großer Flottenverband aus dem Antlantik in Marsch. Ziel persicher Golf. Das Ablenkungsmanöver ist geglückt. Der Springer wird geopfert.
Es ist fast 30 Jahre her, das Russland in Afghanistan einmarschierte und in eine Falle tappte. 30 Jahre sind auch vergangen, als der amerikanisch gestützte Schah von Persien den Pfauenthron fluchtartig verlassen musste. 30 Jahre - eine volle Saturnwiederkehr an den alten Himmelsorten. Schwarzer Läufer schlägt weissen Läufer auf D3. Weiss antwortet mit Dame nach D3. Der alte König Roosevelt ist am Zielort angekommen. Schah dem König! Nein noch nicht. So in etwa könnte man sich das laufende Schachspiel denken. Aber anders als beim Schach - dem Spiel der Spiele fließt hier Blut. Bauernblut, während die Welt wie hypnotisiert nach Peking lugt und klatscht. Oh Deutschland hat die erste Medaillie geholt und alle bewunderten das herrliche Feuerwerk. Aktuell wandert Saturn über Mr. Bush´s Mars in Haus 2. Das sieht nicht gut aus. Der König rochiert. Gold nach G1 und der USD-Turm nach F1. Die Reti-Eröffnung hat geklappt, den Zweck der Ablenkung unter Mars/Uranus erfüllt. Warum auch das Gold wie 1978 ansteigen lassen?

Durch die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline fließt aserbaidschanisches und kasachisches Erdöl nach Ceyhan in der Türkei. Im vergangenen Jahr begannen Russland, Griechenland und Bulgarien mit dem Bau einer Erdölleitung, die den bulgarischen Schwarzmeerport Burgas mit dem griechischen Ägäishafen Alexandroupolis verbindet. Mit Tankern transportiertes russisches Erdöl soll von dort aus in Europa verteilt werden. Die USA versuchten das Vorhaben noch am Vorabend der Vertragsunterzeichnung durch die Präsidenten der drei beteiligten Staaten im März 2007 durch Druck auf den hellenischen NATO-Partner zu verhindern. Es zeugt von bemerkenswerter Offenheit, wenn Georgiens Präsident Michail Saakaschwili auf CNN erklärt, es ginge "nicht mehr nur um Georgien, sondern um Amerika und seine Werte".
Angst vor Umzingelung
Es ist immer schwer nachzuvollziehen, wer den ersten Schuss abgegeben hat. Zwischen Südossetien und Georgien scharmützelte es seit Ende des südossetischen Unabhängigkeitskrieges 1992 trotz eines 2004 vereinbarten Waffenstillstands immer wieder. Unmittelbarer Anlass für die militärische Eskalation war zweifelsfrei aber der Einmarsch georgischer Truppen in die abtrünnige Teilrepublik. Es ist unvorstellbar, dass dies ohne Wissen von Präsident George W. Bush geschah. Die Vereinigten Staaten finanzierten die Angleichung der Armee Georgiens an NATO-Standards mit gut 80 Millionen Dollar, in den Streitkräften wimmelt es nur so von US-Beratern, zu denen sich seit 2002 auch türkische Ausbilder gesellen.
Die vor allem von den USA betriebene Aufnahme Georgiens in die NATO zu verhindern ist erklärtes Ziel des Kreml. Das militärische Eingreifen Moskau ist deshalb auch weniger - wie Premier Wladimir Putin formuliert "Vergeltung" für das Bombardement der südossetischen Kapitale Zchinwali und den Tod von Zivilisten mit russischem Pass. Sollte Georgien - oder gar die Ukraine - Mitglied der Atlantischen Allianz werden, würde Russland nicht nur im Osten, sondern auch im Süden an einen NATO-Staat grenzen. Die alte russisch-sowjetische Angst vor einer Umzingelung durch feindliche Mächte feiert blutige Urständ.
Die Gefahr, dass der Krieg auf die gesamte Kaukasusregion überschwappt ist groß. Dort leben rund 50 Völker, von denen fast jedes seine eigenen Erfahrungen mit zaristischer, sowjetischer oder osmanischer Herrschaft gemacht hat. Schon Abchasien, das sich in ähnlicher Lage wie Südossetien befindet, könnte der nächste Schauplatz sein. Eine unmittelbare Konfrontation zwischen Russland und den USA ist wenig wahrscheinlich. Doch sind in Südossetien nicht nur die russischen Streitkräfte und die US-Berater der georgischen Streitkräfte auf Tuchfühlung gegangen. Die Regierung in Tiflis will ihre 2.000 im Irak stationierten, kampferprobten Soldaten an die Front holen. Mit Hilfe von US-Transportflugzeugen. Es liegt auf der Hand, dass die Rückrufaktion auch zur Heranführung von militärischem Nachschub genutzt und durch US-Militärpersonal begleitet wird.
Neue Phase der Konfrontation
Mit dem russisch-georgischen Krieg ist die Konfrontation zwischen der Supermacht USA und der aufstrebenden Großmacht Russland in eine neue Phase getreten. Die Rückkehr Südossetiens und Abchasiens in den georgischen Staatsverband nach dem Modell Adschariens ist schwer vorstellbar. Neben einer weitestgehenden Autonomie mit Steuerhoheit und eigenen Sicherheitskräften blieben am Ende nur "kosovarische Lösungen" übrig. Die Schaffung russisch-georgischer Kondominien erscheint wegen der Gegensätzlichkeit der Interessen für einen überschaubaren Zeitraum ausgeschlossen.
Nicht nur im Kaukasus, auch an anderen Stellen prallen die Interessen Moskaus und Washingtons aufeinander. Die USA wollen, dass Nicaragua seine tragbaren Luftabwehrraketen russischer Bauart einstampft, Venezuela und Russland arbeiten seit einiger Zeit auch auf militärischem Gebiet zusammen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Russland als Antwort auf die Einbeziehung Polens und Tschechiens in den US-amerikanischen Raketenabwehrschirm plant, russische Waffensysteme und Truppen auf Kuba zu dislozieren.

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