Zenit: Trade the future, and let us consult upon to-morrow's business. -William Shakespeare

Die Angst vor der Genickbrecher-Rezession geht um

Zusatz: Jupiter-180-Saturn 16.08.2010
Unerwartet schlechte Wirtschaftsdaten vom US-Häusermarkt haben die Börsen weltweit einbrechen lassen. Sichere Staatsleihen und Gold sind gefragtWer hat Recht? Während deutsche Ökonomen noch den deutschen Aufschwung feiern, wird an der Börse der kommende Abschwung gespielt. Und nicht irgendein Abschwung, sondern ein besonders tückischer. An den Kapitalmärkten geht die Angst um. Die Angst vor einem erneuten Wirtschaftseinbruch, der die gesamte Konjunktur- und Börsenerholung der vergangenen anderthalb Jahre zunichtemachen könnte. Aufgeschreckt durch unerwartet schlechte Wirtschaftsdaten aus den USA stießen Anleger am Dienstag alles ab, was nach Risiko riecht. Quelle: Welt
Spica dazu: Besonders dieser Satz hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Japan erlebte seine Genickbrecher-Rezession in den Neunzigerjahren und durchlebt immer noch eine „verlorene Dekade“. Der Grund besteht darin, dass Japan Anfang 1990, als der Nikkei 225 auf seinem Hochpunkt von nahe 40000 Punkten angelangt war,  in eine Wirtschaftskrise stürzte die im Grunde bis heute  fortdauert.  Der Nikkei hat trotz der Hausse in den 90-er Jahren seine alten Höchststände nie wieder erreicht, sondern dümpelt dahin. Dabei fällt auf, dass das Jahr 1990 und das Jahr 2010 eine planetarische Gemeinsamkeit vorweisen können, die relativ selten ist und nur alle 20 Jahre vorkommt. Eine gemeinsame Jupiter/Saturn Opposiiton.
  • Saturn-180-Jupiter: 30.12.1969 - 17.10.1971 - mit Nixons Bankrotterklärung den USD nicht mehr in Gold zu tauschen - 15.08.1971 im Zentrum
  • Saturn-180-Jupiter: 10.09.1989 - 17.05.1991 - mit Japans Crash am 29.12.1989 im Zentrum.
  • Saturn-180-Jupiter: 23.05.2010 - 28.03.2011 -mit Angst vor dem Double Dip

Geschichtliches zu dieser seltenen Konstellation: Steuerreformen und Leitzinsanhebungen als Gegenmaßnahmen

Um die enorme Schuldenlast in Japan einzudämmen, verabschiedete die japanische Regierung im Jahr 1989 eine Steuerreform, ( Saturn/Jupiter ) die durch eine allgemeine Mehrwertsteuer dem Staat stark steigende Mehreinnahmen bringen sollte. Nach der Vereidigung des neuen Zentralbankchefs versuchte nun auch die Bank of Japan dem Beispiel anderer ZB zu folgen und mit verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen den Zugang zu Krediten, insbesondere für Immobiliengeschäfte zu erschweren. ( Jupiter/Saturn ) Um die überhitze Konjunktur  ( Jupiter ) abzukühlen ( Saturn ) hob die Bank of Japan den Leitzins binnen 15 Monaten von 2,5 Prozent auf sechs Prozent kräftig an. Zudem wurde die Höhe der Kreditsumme, die Banken für Immobiliengeschäfte ausgeben durften, beschränkt. ( Jupiter/Saturn )  Doch während die ersten beiden Erhöhungen am 31. Mai 1989 auf 3,25 Prozent und am 11. Oktober 1989 auf 3,75 Prozent noch im Rausch der Spekulation untergingen, zeigte die dritte Erhöhung auf 4,25 Prozent am 25. Dezember 1989 die gewünschte Wirkung. Der steile Aufwärtstrend im Nikkei wurde damit beendet und der japanische Leitindex sank bis Mitte Februar 1990 auf 37.435 Punkte.


Quelle: Markt-daten.de

Die Seifenblase zerplatze - allerdings nicht auf einmal sondern langsam und in kleinen Schritten. Kurz nach dem Ende der Hausse  ( Saturn/Jupiter ) kamen erste Gerüchte über Probleme im Finanzsektor an die Öffentlichkeit. So war es bis dahin an der Tagesordnung einem ausgewähltem Publikum Kredite ohne große Überprüfungen zu gewähren. Ungedeckte Kredite waren dabei durch fantasievolle Buchführungen verschleiert worden. Als diese Machenschaften in der Öffentlichkeit bekannt wurden, sackte der Nikkei, von 37.400 Punkten Ende Februar 1990 bis Anfang April um fast 10.000 Punkte auf einen Stand von 28.002 ab.

Doch das war erst der Anfang der Baisse. Banken sperrten die Kreditvergabe ( Saturn/Jupiter ) und verweigerten den Firmen damit dringend benötigte finanzielle Mittel. Immer mehr Firmen mussten dadurch Insolvenz anmelden und verursachten damit einen erneuten Kreditausfall bei den Banken. Zudem belasteten weitere Zinserhöhungen Ende März 1990 (auf 5,25%) und Ende August 1990 auf 6 Prozent die Anleger.

Durch diesen geschichtlichen Ausflug kann man sagen, dass überhitzte Volkswirtschaften in einer Zeit einer wirkenden Saturn-180-Jupiter Opposition mit ähnlichen Massnahmen gegen die Überhitzung vorgehen werden wie einst Japan und damit die Gefahr einer zweiten Rezession, eines Double Dip - eben dieser Genickbrecher-Rezession alias Saturn/Jupiter -  viel näher ist, als man gemeinhin annimmt. Siehe dazu: Wann hustet der rote Drache.

Nikkei und die beiden Saturn/Jupiter Oppositionen.

  1. 1990
  2. 2010



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