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Das Jahr 5771/5772

Herbst Tag und Nachtgleiche und unterschiedliche Kalender.

Anders als wir, haben andere Kulturkreise andere Zählweisen der Kalenderberechnung. Im jüdischen Kalender etwa findet sich nicht das gewohnte Jahr 2010, sondern das Jahr 5771 wieder. Dort beginnt auch das Jahr nicht wie in dem von uns verwendeten reinen Solarkalender  am 01.01. eines Jahres, sondern aufgrund des Wechselspiels von Mond und Sonne, fällt der Jahresanfang als bewegliches Fest in unseren September oder Oktober, die statistisch betrachtet immer zu den schwachen Börsenmonaten gezählt werden können.  Diesen Neujahrsbeginn bezeichnet man deshalb auch als Rosch Ha Schana Zyklus, als Haupt des Jahres. 2010 fiel der Anfang des jüdischen Kalenderjahres auf den  09.09 und 10.09.2010.
Neben dieser Zählung, die eine erstaunlich hohe Geneuigkeit aufweist und in 219 Jahren sich nur um einen Tag verschiebt, gibt es noch andere  Zählweisen und Ordnungssysteme. Dieses Kalendersystem aber ist ein kalendarisches Meisterwerk, hoher astronomischer, d.h uranischer Kunst.
Morgen beginnt innerhalb dieser Ordnung einige hohe Festtage. Im solar/lunaren Mondzyklus gehen diese Feste über mehrere Tage und sind als Sukkot, das Laubhüttenfest bekannt, dem sich zwei weitere Festtage anschließen. In diesem Jahr findet dieser Festzyklus vom 23.09. - 01.10.2010 statt. Während dieser Tage gilt das Ruhegebot. Ob die Menschen dieses Glaubens, die oft auch an den Weltbörsen tätig sind, ihre Arbeit ruhen lassen, ist also eine berechtigte Frage.

Da das Sonnenjahr mit einer Dauer von zur Zeit durchschnittlich 365,2422 Tagen nicht mit dem Mondjahr übereinstimmt, das durchschnittlich 354,3671 Tage dauert - also 11 Tage kürzer ist -  muss der Ausgleich durch eine spezielle Schaltregelung geschaffen werden. Anders als bei uns, wo alle 4 Jahre ein zusätzlicher Schalttag eingeführt wird - der 29.02. - werden in diesen, durch das Sonnensystem vorgegebenen Zyklus von 19 Sonnenjahren insgesamt 7 Schaltmonate eingefügt. Dabei fällt auf das 19 Sonnejahre zu 365 Tagen fast genau 235 Mondmonaten entsprechen und das in diesen, als metonischen Zyklus bekannten Intervall, Sonne und Mondlauf wieder zur Deckung gelangen.

19  x 365,2422 T  = 6939,4 Tage
235 x 29,53 Tage  = 6939,5 Tage
- synodische Monate
254 x 27,322 Tage = 6939,8 Tage - siderische Monate

Erstaunlich und noch weniger beachtet ist das Verhältnis, das die synodischen zu den siderischen Monaten haben. In 19 Jahren gibt es 235 syn.Monate aber 254 sid. Monate, die Differenz ist wiederum 19. Im übrigen ist 19 eine Primzahl, wie die Zahl 1 und nur durch sich selbst teilbar, was manche Kalendermacher veranlasste zu denken das die 19 die höhere Oktave der 1 sei.

Wir haben es hier also mit einer vierten, natürlichen, von der westlichen Zivilisation wenig beachteten Grundgrösse der Zeit zu tun, die in unserem Kulturkreis  nur eine mathematische Bedeutung hat. Sie in das Kalendarium zu integrieren hat man schlichtweg vergessen. Das Meton.

1 Tag - eine Erddrehung, 1, Rotation.
1 Monat - eine Mondumrundung, ein Monat ( sider. oder synod )
1 Jahr - eine Erdumrundung, eine Revolution.
1 Meton - ein Sonne/Mondzyklus


Diese vier Grundgrössen der Zeit entsprechen wohl den vier Grund- wie Orientierungsgrössen des Raumes: Nord, Ost, West, Süd. Den vier Eckpunkten des Jahres: Frühlings Tag-und Nachtgleiche, Sommerbeginn, Herbstanfang, Wintersolstitium und im übertragenem Sinne auch den vier Eckpunkten des Tages; SA, SH - Mittag, SU, ST - Mitternacht ... oder den vier Kausalitäten des Artistoteles:

Körper - causa materialis
Seele - causa formalis
Geist - causa effiziens
Himmel - causa finalis


Die vier ist also eine natürliche Teilung die uns vom Kosmos vorgegeben ist. Nehmen wir ein hohes Alter von 80 oder gar 100 Jahren an, so erlebt der Mensch maximal 4-5 dieser abgeschlossenen Sonne/Mondzyklen. Wird maximal 5 Metons alt. Das ist nicht viel um Auskunft über dieses übergeordnete Ordnungsmuster zu geben. Wenn sie einmal darauf achten, wo und wie an ihrem Geburtstag der Mond steht, wie hoch und in welcher Form, so werden sie feststellen, das an diesem Tag nur alle 19 Jahre ein Vollmond oder ein Neumond fällt und sich nur in diesem zeitlichen Abstand ein vollständiger Kreis schließt.

Astrologisches: Und da gibt es Astrologen und Astrologiezeitungen, die aufgrund eines x-beliebig gewählten Jahresanfangs, das kommende Jahr berechenen wollen. Der Witz ist gut und funktioniert natürlich nie. Wie meinte Goethe: "Was nutzt denn schon der Stein des Weisen, wenn dem Stein der Weise fehlt".

Im I-Ging, dem altchinesischen Kalenderbuch, das darüber hinaus Vorschläge unterbreitet, wie man in gewissen Zeiten handeln kann, wird diese Zeit als " Die Stockungszeit" bezeichnet. -LINK-

Darin heißt es: Himmel und Erde stehen außer Verkehr, und alle Dinge erstarren. Oben  - Plätze 3.4.5 )  und Unten ( Plätze 1.2.3 ) stehen außer Beziehung, und auf Erden folgt Verwirrung und Unordnung. Innen ist das Dunkle ( die drei gebrochenen Linien ), und das Lichte ( die drei ganzen Linien )  ist außen. Innen ist Schwäche, außen ist  Grösse, innen sind die Gemeinen, und die Edlen sind draußen. Die Art des Gemeinen ist im Aufsteigen, die Art des Edlen ist im Abnehmen. Aber die Edlen lassen sich in ihren Grundsätzen nicht beirren. Wenn sie die Möglichkeit des Wirkens nicht mehr haben, so bleiben sie diesen Grundsätzen doch treu und ziehen sich in die Verborgenheit zurück.

Das Bild - Himmel und Erde vereinigen sich nicht: das Bild der Stockung. So zieht sich der Edle auf seinen inneren Wert zurück, um den Schwierigkeiten zu entgehen. Er läßt sich nicht durch Einkünfte ehren ( täuschen ) Wenn gegenseitiges Mißtrauen im öffentlichen Leben herrscht infolge des Einflusses, den die Gemeinen haben, so ist eine fruchtbare Wirksamkeit unmöglich, weil die Grundlage falsch ist. Darum weiß der Edle, was er unter solchen Umständen zu tun hat. Er läßt sich nicht durch glänzende Angebote zur Teilnahme an der öffentlichen Wirksamkeit verleiten, die für ihn, da er die Gemeinheit der andern nicht mitmachen kann, doch nur gefährlich wäre. Darum verbirgt er seinen Wert und zieht sich in die Verborgenheit zurück.

Zusatz wie Interpretation: Die Schwäche kommt, das Starke geht.

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